In Yer Face!

What the fuck is ...

Das Szenische Projekt

"In yer face!" ist Theater, das einem erst ins Gesicht springt und dann unter die Haut geht. Es bedient sich dabei krasser Sprache und Bilder und provokanter Themen, wie Konsumkritik, Genderfragen und psychischer Störungen. Vor allem die offene Darstellungsweise von Sex und Gewalt auf der Bühne sorgte in den 1990er Jahren, in denen die Bewegung im englischsprachigen Raum entstand, für Aufruhr. Nach Aleks Sierz, englischem Theaterkritiker und Namensgeber der Bewegung, stellt das "In yer face!" Theatre moralische Konventionen infrage, und greift die vorherrschenden Vorstellungen davon an, was auf der Bühne gezeigt werden kann und darf. Es taste sich auch in die primitiveren Regionen menschlicher Gefühle vor, indem es Tabus zerschmettert, das Verbotene laut ausspricht und so ein ganz besonderes Unbehagen erzeugt. Vor allem aber zwingt das "In yer face!" Theatre das Publikum zur Reaktion "Either they feel like fleeing the building or they are suddenly convinced that it is the best thing they have ever seen, and want all their friends to see it too."

Im Sommersemester 2009 erarbeiten Studierende der Theaterwissenschaft einen Theaterabend, der sich mit dem Phänomen "In yer face!" auseinandersetzt. Die Themen und Motive der radikalen Strömung verarbeiten sie unter Leitung von Boris C. Motzki (Nationaltheater Mannheim) zu einer vielfältigen Collage. Das Projekt entsteht in Kooperation mit dem Kultursommer Rheinland-Pfalz, der unter dem Motto "Cool Britania" steht, und der Landeszentrale für politische Bildung, Rheinland-Pfalz.